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              Ägypten 2010

 

 

Ägyptenurlaub 2010

“Al Nabila Grand Bay Makadi”, Makadi Bay  (16.09. - 30.09.2010)

 

 

01. Oktober - wir sind zurück. Zwei Wochen All-Inclusive im “Al Nabila Grand Bay Makadi”, Makadi Bay.
Und hier ist unsere ausführliche Bewertung.


Personal:
freundlich, höflich, fleißig und zuvorkommend, bessere Englischkenntnisse wären vereinzelt nötig. Hier und da wird auch deutsch gesprochen, vereinzelt haben wir aber auch Bemühungen des Personals feststellen können, ihre Deutschkenntnisse aufzubessern. Unsere Erfahrungen mit den einheimischen Menschen waren äußerst positiv. Viele von ihnen waren durchaus auch zu Späßen aufgelegt, vor allem in der Strandbar "Sharm El Arab Bay - The Lost Bay". Hier fühlten wir uns richtig wohl.
Und wenn man bedenkt, dass diese Leute morgens um zehn Uhr in der Strandbar beginnen, die Gäste bedienen, das Essen zubereiten und alles sauberhalten, und dieselben Personen dann abends zum Abendessen schon wieder bei der Arbeit zu sehen sind, so kann sich jeder ausmalen, welchen anstrengenden Job diese Menschen verrichten. Und das zu 99% mit einem Lächeln oder einem Scherz auf den Lippen. Wir haben hier echte Sprachtalente kennengelernt: ihre arabische Muttersprache, Englisch als Fremdsprache und dazu Russisch, Italienisch und Deutsch. Das ist bewundernswert.

Zimmer:
täglicher Wechsel der Handtücher, Zimmer und Bad sind immer sauber und aufgeräumt. Das Mobiliar ist stilvoll, die Verarbeitung mit Blick auf Türen und Schubladen jedoch weniger. Hier zählt ganz klar nur der erste Eindruck.
Die Jahre der Benutzung sind hier deutlich sichtbar. Aber da man die meiste Zeit andernorts verbringt, schlägt das nicht so stark zu Buche. Die Betten allerdings sind eindeutig zu hart.

Essen:
könnte besser sein, der Service ist zwar jeden Abend bemüht, ein ansprechendes Arragement herzurichten, aber die Kochkünste der Küche machen dies wieder zunichte. Die Nudeln sind nicht durch und meist kalt. Die Pommes sind ungenießbar, weil zu kurz und nicht heiß genug frittiert. Ich gehe davon aus, daß die einheimischen Köche ganz einfach nicht wissen, wie dieses oder jenes Gericht richtig zubereitet wird. Hier gibt es noch viel nachzubessern. Jedoch mit Blick auf die Menschenmassen, die um 19:00 Uhr alle in das Restaurant strömen und alle zügig bedient werden wollen, ist es durchaus nicht überraschend, daß da einiges an Qualität einfach auf der Strecke bleibt. Dies betrifft aber nicht das gesamte Angebot.
Vieles ist durchaus schmackhaft und trifft bestimmt auf den Zuspruch des einen oder anderen. Vor allem das Gegrillte sei hier genannt. Ob Fleischröllchen, Steaks oder Geflügel - alles frisch vom Grill, und gut. Das Personal jedenfalls tut sein bestes und ist sichtlich bemüht, es allen recht zu machen.
Uns ganz persönlich fehlte in den Bars der einheimische Karkadeh. In anderen Hotels durchaus üblich, stand er hier auf
keiner Karte, und nur auf unsere Anfrage wurde dieser extra für uns zubereitet.

Achso, noch ein Wort an die Spatzen-Feinde: wo immer auch ein Restaurant seinen Gästen das Essen auch 'outdoor' ermöglicht (Straßencafé oder auf der Terasse) und in dieser Gegend Spatzen heimisch sind, wird man diesen Vögeln auch beim Essen begegnen - das läßt sich gar nicht vermeiden und liegt in der Natur der Sache. Das gilt für jedes Hotel und in jedem Land. Wer also keine Vögel mag, sollte 'indoor' essen. Und wenn sich mal einer dieser kleinen Räuber in das Restaurant oder die Hotelhalle verirrt, so sollte man das von der amüsanten Seite aus betrachten und nicht gleich den Vogelfänger rufen.

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Hotel:
Der Gesamteindruck des Hotels ist stimmig und durchaus sehenswert. Es ist zu erkennen, daß die Architektur des Gebäudes einem festen Thema folgt. Die detailfreudige Innengestaltung der Wände, sowie die Auswahl der Dekoration und die prunkvoll anmutenden Möbel der großen Haupthalle ziehen die Blicke der Betrachter förmlich auf sich und laden zum Verweilen ein. Allerdings ist auch zu sehen, daß nach Jahren der Nutzung eine Renovierung sowie Erneuerung bzw. Reparatur der Stühle und Tische dringend nötig ist. Zu erwähnen wäre noch, daß die Anlage vor allem im Bereich der Bungalows noch immer nicht komplett begrünt ist, was u.a. auch an dem langsamen Wachstum des Rasens und der Bepflanzung liegt.

Die Anlage:
Sie ist durch die Bungalows sehr weitläufig, zumindest für die Bewohner derselben, darum hat man dort wohl auch einen separaten Pool gebaut. Die Wege von den Bungalows zum Hauptgebäude sind mitunter ziemlich weit. Dafür gibt es einen Shuttle-Bus. Natürlich findet man auch hier, wie in vielen anderen Hotels in Ägypten, die landestypische Baumentalität: Türgriffe werden u.U. mit Kreuzschrauben fixiert, statt neue einzusetzen; abgefallene Fliesen in den Bädern nicht erneuert;
die meisten Tische wackeln; und allerorts abgebrochenes Mauerwerk in Bodennähe usw.. Aber wer kein detailversessener Kleingeist ist, und wer nicht unbedingt auf diese vielen kleinen Mängel achtet, der dürfte sich hier wohl fühlen. Es ist halt ein typisches Hotel des Massentourismus. Von einer Vernachlässigung der Sauberkeit kann aber auch hier nicht die Rede sein: während unserer Urlaubszeit wurden im gesamten Gebäude die großen Fensterfronten im Innen- und Außenbereich geputzt. Überdies werden sogar die Strände vom Touristenmüll gereinigt - was ja eigentlich nicht nötig sein müsste - sowie zwischendurch auch große bzw. scharfkantige Steine in mühsamer Kleinarbeit entfernt.

Frequentierung:
Mittlerweile ist der Anteil der deutschen Touristen wohl deutlich angestiegen, da Sonntags im italienischen Restaurant
'La Dorada' ein "Deutscher Abend" stattfindet. Es ist erstaunlich, wievielen deutschen Touristen wir in diesen zwei Wochen begegnet sind. Viele der einheimischen sprechen und verstehen grundlegende deutsche Worte und/oder Sätze.
An der Rezeption ist ein deutschsprechender Angestellter anzutreffen. Dennoch nehmen den größten Anteil die russischund italienisch sprechenden Gäste ein. Ich betone, daß dies allerdings KEIN negativer Aspekt dieses Hotels ist. Uns sind weder die einen noch die anderen in irgendeiner Weise unangenehm aufgefallen. Im Gegenteil, es sind eher die deutsche Gäste, welche durch unangemessenes Verhalten oder unangebrachte Äußerungen auffallen.
Müsste ich das Verhältnis einschätzen, sähe das ungefähr so aus: 35% italienisch, 35% russusch, 25% deutsch, 5% Rest.

Animation:
Die Strandanimation ist durchaus erträglich. Sie beginnt gegen 10:30 Uhr und endet gegen 13:00. Etwa um diese Uhrzeit wird es für die kommenden Stunden ausgesprochen ruhig am Strand, da viele Gäste zu Mittag essen, und nicht alle wiederkommen. Die italienische Seite (links am Strand) nimmt bei der Musik den lautesten Platz ein. Aber man gewöhnt sich auch daran. Von einem Wettstreit zwischen 'russischer' Animation auf der rechten Seite und 'italienischer' auf der linken Seite in Bezug auf Lautstärke kann aber keine Rede sein.

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Sonstiges:
Es gibt in diesem Hotel eine deutschsprachige Tauchbasis. Der Strand ist unvergleichlich. Vom feinen Sand direkt ins Meer. Viele unterschiedliche Fischarten - manche kommen oft bis ins knöcheltiefe Wasser - Riffe zum Schnorcheln vom Strand aus bequem erreichbar, auch für weniger geübte Schwimmer. Wer Mut hat, schwimmt über die Absperrung hinaus an den Riffen entlang, und bekommt dann die wirkliche Unterwasserwelt zu Gesicht. Aber Vorsicht! - die Brandung ist sehr stark und soallte auf keinen Fall unterschätzt werden. Und immer daran denken: den Weg den man hinausgeschwommen ist, muß man auch wieder zurückschwimmen. Das kostet viel Kraft, vor allem bei dem extremen Wellengang, der hier nicht selten ist.
Allerdings kann so ein Schnorchelgang, wenn man sich Zeit zum Genießen nimmt, schonmal bis zu zwei Stunden dauern, bei einer Strecke von 1,5 - 2 km hin und zurück. Aber es lohnt sich !

Land/Umgebung:
Die Anlage liegt ziemlich weit abgelegen von allem Leben. Es gibt ein Nachbarhotel und das war alles - ansonasten nur Felsen und Wüste rundherum. Nach Hurghada sind es run 40 Minuten Fahrzeit. Was uns am meisten gestört hat, ist die Müll-Mentalität der ägyptischen Bevölkerung, nach dem Motto: "innen hui, außen pfui". Sobald man hinter die Kulissen blickt, oder auch nur einen Fuß aus dem Hotel setzt, sieht man weit und breit verteilten Müll. Das, so finden wir, ist keine zwingende Folge des Tourismus.

Fazit:
Es ist der Zustand der Hotelanlage und des Interieurs sowie das teilweise mangelhafte Essen, was diesem Hotel meines Erachtens nur maximal 3,5-4 Sterne einbringt. Fünf Sterne sind hier keinesfalls berechtigt. Ein 5-Sterne-Standard ist bei solchem Massentourismus einfach nicht zu erreichen oder aufrechtzuerhalten. Das Personal trägt dafür keine Schuld.
Ein 10-12-Stunden-Tag, ständig freundlich und bemüht, es allen recht zu machen, und zu alledem auch zuvorkommend.
Wir können diesen Menschen nur unser allergrößtes Lob aussprechen. Und wer immer an diesen Mitarbeitern etwas auszusetzen hat, sollte einmal selbst diesen Knochenjob machen. Wir kommen jedesmal gerne nach Ägypten zurück.

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