Kuli

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           Sternenhimmel

 

 

 

 

Viele wollen einen sogenannten Sternenhimmel an ihrer Decke haben. Sie kaufen sich einen fertigen oder basteln
selbst einen. Aber viele, die ich bisher gesehen habe, verdienen die Bezeichnung ‘Sternenhimmel’ nicht: ein paar
verteilte Lämpchen in einem bemalten Brett, wo dann ausgeschnittene Sterne aufgeklebt sind.
Das entspricht ganz und gar nicht meiner Vorstellung von einem illuminierten Lichtermeer unter der Decke.
Also bin ich selbst ans Werk gegangen. Und für alle ambitionierten Bastler, die es nachmachen wollen, beschreibe
ich im Folgenden meine Vorgehensweise, von der Idee bis zum fertigen Himmel.

Schritt 1:  Auswahl des Motives

Die Größe Eures fertigen Sternenhimmels ergibt sich aus dem gewählten Motiv und den finalen Abmessungen.
In unserem Fall wollte ich natürlich auch ein treffendes Motiv als Grundlage, und was eignet sich besser, als ein

Abbild unseres Universums.
Dank der NASA und der HubbleSite als nahezu unerschöpfliche Quelle für Bilder aus dem endlosen Universum
fand ich ein ansprechendes Motiv in dem Orionnebel. Hier die Originalquelle.
Voraussetzung für ein gutes Poster ist eine möglichst große Auflösung der Vorlage. Wenn Ihr euch also für ein
Bild entscheidet, sorgt für die größtmögliche Auflösung. In unserem Fall habe ich die größte Version des Fotos
runtergeladen:  TIFF-Format ( 385.09 MB, 18000x18000px ).

Hubble's Sharpest View of the Orion Nebula

Die Daten zu unserer Vorlage:

Auflösung:

300x300 DPI

Originalgröße:

18000x18000 Pixel

 

(324 MegaPixel)

Aktuelle Größe:

18000x18000 Pixel

 

(324 MegaPixel)

Druckgröße aus DPI:

152,4x152,4 cm;

 

(60,0x60,0 Inches)

Originalfarben:

16,7 Millionen

 

(24 BitsPerPixel)

Benötigter Speicherplatz:

385,09 MegaByte

 

(403.800.956 Bytes)

Benötigter RAM-Speicher:

926,97 MegaByte

 

(972.000.040 Byte)

Hubble's Sharpest View of the Orion Nebula - small

Die Daten zu unserem fertigen Bild:

Auflösung:

300x300 DPI

Originalgröße:

13500x18000 Pixel

 

(243 MegaPixel)

Aktuelle Größe:

13500x18000 Pixel

 

(243 MegaPixel)

Druckgröße aus DPI:

114,3x152,4 cm;

 

(60,0x60,0 Inches)

Originalfarben:

16,7 Millionen

 

(24 BitsPerPixel)

Benötigter Speicherplatz:

642.17 MegaByte

 

(403.800.956 Bytes)

Benötigter RAM-Speicher:

695.23 MegaByte

 

(972.000.040 Byte)

Schritt 2:  Bearbeitung der Vorlage

In aller Regel entspricht die gewählte Vorlage nicht zu 100% den Vorstellungen über das fertige Bild.
Also muß es zuvor bearbeitet werden. Die Abmessungen müssen meist den Wünschen entsprechend
angepasst werden. In unserem Fall betrug die Originalgröße 152,4x152,4 cm, und die musste ich zunächst
auf die Zielgröße 150x200cm ändern. Anschließend habe ich noch einige visuelle Veränderungen
vorgenommen, wie man unschwer auf dem Foto oben rechts und unten sehen kann.

Hubble's Sharpest View of the Orion Nebula - 1280x1707 + Übersicht_small

1  Eine Supernova
2  Die Sternbilder “Zwillinge” und “Löwe”
3  Eine Galaxie
4  Das Sternbild “Orion” (der gelbe Kreis markiert die tatsächliche Position des Orionnebels innerhalb des
    Sternbildes, um zu verdeutlichen, wie die realen Größenverhältnisse zwischen Sternbild und Nebel sind)
5  Ein Ausschnitt einer ‘Milchstraße’
6  Ein ‘Zwillingsstern’
7  Das Sternbild des “Großen Wagens”
8  Eine Kopie des blaue Sterns auf der rechten Seite.

Darüberhinaus sind noch viele weitere große und kleine weiße ‘Sterne’ gesetzt, weil mir auf dem Original
zu wenige für die benötigten Lichter waren. Lieber zu viele setzen als zu wenige.

Nach Beendigung dieser Arbeit geht es in den Druck. Dieser kommt in der Größe von 150x200 cm aus dem
Hause posterjack.com für rund 100,-€. Und die sind gut angelegt: das Ergebnis ist ein gestochen scharfes
Poster bis ins kleinste Detail in brillanter Farbqualität. Natürlich geht’s auch kleiner für weniger Geld.

Schritt 3: Der Rahmen:

Als Grundlage habe ich eine 7mm-MDF-Platte aus dem Baumarkt in 150x200cm, ca. 20,-€, genommen.
Des weiteren Holzlatten, Metallwinkel, Leim, Schrauben sowie ein 4mm-Locheisen.

Zunächsthabe ich die Platte rundum und durch ein Mittenkreuz mit den Holzlatten verstärkt, um eine
Verwindung oder Durchhängen zu vermeiden. Die Holzlatten habe ich mit der Platte verleimt, verschraubt
und zusätzlich mit den Metallwinkeln miteinander verschraubt - Sicherheit ist alles.

Rahmen IMG_4050 IMG_4048

Schritt 4: Die Löcher:

Nun kommen wir zu dem wichtigsten Teil der Arbeit: wir markieren und bohren die Löcher für die Lichterketten.
Für unseren Sternenhimmel habe ich zwei LED-Lichterketten mit je 100 LEDs in weiß und 9 Leuchtprogrammen
gewählt sowie ein Lichtfaser-Set aus 160 Lichtfasern, je 2m lang und ebenfalls in weiß und 9 Leuchtprogrammen.

Lichterkette, 100 LED's, weiss Lichtfaser, weiss Lichtfaser

Um eine 100%ige Deckung zwischen den Löchern im Poster und jenen in der Holzplatte lege ich das Poster plan auf die Platte und fixiere es an den vier Ecken sowie jeweils in der Mitte der Stirn- und Längsseiten.
Nun ist das Poster gegen Verrutschen gesichert. Mit dem 4mm-Locheisen steche ich die Löcher aus dem Poster. Dabei drücke ich das Locheisen so fest durch das Poster, daß sich ein Abdruck des Eisens in der Holplatte wiederfindet.

Loecher01
Loecher06

Die Markierungen um die Löcher stammen vom Zählen. Das ist wichtig. Bei 360 Löchern in unterschiedlicher Größe ist das ständige Zählen unerläßlich. Im unteren Bereich der Platte sind die Löcher zu sehen, die später die Milchstraße erleuchten.
Zwischen den großen Löchern finden sich die kleinen für die Lichtfasern, die sich nur auf die Milchstraße beschränken, während die großen über die gesamte Platte gezielt verteilt sind.
Das große Loch ist für ein einzelnen Strahler, der hinter der Platte sitzt und später das helle Zentrum im Orionnebel hervorherben soll.

Lichterkette01

Bild 1: Sitz der LEDs

Lichterkette02

Bild 2: LEDs/Löcher für Lichtfasern

Lichterkette03

Bild 3: eingeklebte LEDs

Schritt 5: Das Anbringen der Lichterketten:

Die Verteilung der LEDs und der Lichtfasern ist das komplizierteste an der ganzen Arbeit. Wenn Ihr versucht, die Lichterketten LED für LED der Reihe nach in den verteilten Löchern anzubringen, werdet Ihr feststellen, daß das nicht funktioniert. Das liegt daran, daß die Löcher nicht in einer Reihe liegen und die Abstände unterschiedlich weit sind. Ihr werdet nicht alle gebohrten Löcher erreichen. Das ist aber notwendig.
Also müssen die beiden LED-Lichterketten erst mühsam auseinander gefriemelt werden. So gewinnt man genügend Spielraum, um alle Löcher mit LEDs zu bestücken.
 WICHTIG! Die LEDs zuerst nur in die Löcher stecken und keinesfalls sofort eine nach der anderen einkleben. Das wird schiefgehen.
In Bild 4 ist zu sehen (rechte obere Ecke) wie ich so verkehrt angefangen und mich nach links vorgearbeitet habe. Und erst als ich Probleme bekam,die nächsten Löcher zu erreichen, habe ich damit begonnen, die ineinander verdrehten Lichterketten auseinander zu friemeln.
Das Ergebnis sieht man auf der linken Seite der Platte. Auf Bild 5 ist der Rahmen um 180° gedreht und man kann auf der linken Seite des Rahmens deutlich die ‘entwirrte’ zweite LED-Kette sehen. Bild 1 zeigt den Sitz der LEDs an. Ich habe sie so geklebt, daß sie ein wenig herausragen. Dadurch strahlen sie mehr Licht ab, welches anderfalls durch die Löcher abgefangen würde. Geklebt habe ich alle mit einer Heißklebepistole.
Aber Vorsicht! Bei den Lichtfasern muß schnell und kurz geklebt werden, weil sie sonst schmilzen. Sie sind nämlich nicht aus Glas sondern aus Kunstoff. Zur Sicherheit und um ausgefranste Löcher zu überdecken, habe ich Kabelendhülsen (Bild 7) von der Posterseite in die Löcher gesteckt. Zu weit überstehende Lichtfasern können zum Schluß mit einer Schere zurückgeschnitten werden (Bild 8).
Die Programmsteuerung habe ich an den unteren Rand gesetzt, um sie später leicht erreichen zu können (Bild 5).

Hülsen Lichterkette07
Lichterkette04

Bild 4: erste Lichterkette verteilt.

Lichterkette05

Bild 7: Hülsen für die Lichtfasern

Lichterkette10

Bild 8: Lichtfasern Posterseite

IMG_4078

Bild 9: Erster Eindruck mit Blitz

IMG_4080

Bild 10: Erster Eindruck ohne Blitz

Haken

Bild 11: Deckenbefestigung

Bild 6: eingeklebte Lichtfaser

Bild 5: zweite Lichterkette verteilt.

Schritt 6: Das Anbringen des Posters auf der Platte:

Nachdem nun alle 360 Lichter erfolgreich installiert sind, habe ich das Poster nur lose aufgelegt und die Lichterketten auf Dauerlicht eingestellt, um einen ersten Eindruck von der Wirkung zu erhalten - wir waren echt überwältigt (Bild 9 und 10).
Jetzt geht es daran, das Poster auf die Platte zu kleben und darauf zu achten, daß die eingesetzten LEDs in die gestanzten Löcher passen.
Ich sage Euch gleich, das klappte nur bedingt. Beim Bohren der Löcher, vor allem in dieser Anzahl und aus freier Hand, hat man es nicht immer unter Kontrolle, daß der Bohrer senkrecht steht und nicht abweicht.
1-2 mm Abweichung bleiben da u.U. nicht aus. Bei einigen Löchern mußte ich daher ein wenig tricksen. Geklebt habe ich das Poster mit Sprühkleber. Das Poster auf einer Seite mit geeigneten Mitteln gegen Verrutschen sichern, dann auf der anderen Seite das Poster maximal bis zur Hälfte anheben und den Sprühkleber auf die Platte sprühen.
Anschließend das Poster aufdrücken und eventuelle Blasen vorsichtig ausstreichen. Bevor die andere Hälfte geklebt wird, sollte der ersten Hälfte die Möglichkeit gegeben werden, anzutrocknen.

Den Abschluß bilden schwarze L-Profile aus Kunstoff, um die Kanten zu verkleiden. In die Ecken und jeweils in die Mitten der Strin- und Längsseiten werden Ösen eingeschraubt. Sie dienen der Befestigung an der Decke.
An den Stromanschluß der Deckenleuchte (die ja nicht mehr benötigt wird) schließe ich eine 3-fach-Steckdose an, für die drei Lichterketten.
Da wir Gipsplatten an der Decke haben, sind bei uns Hohlraumdübel eingesetzt. In die acht Deckenhaken habe ich jeweils 3 Kabelbinder eingehangen, die alle auf den selben Durchmesser gezogen sind und für einen ausreichenden Abstand des Sternenhimmels zur Decke gewährleisten sollen (Bild 11). Ich muß ja später vielleicht nochmal an die Kabel ran.
Zum Aufhängen werden mindestens drei Personen benötigt. Zwei halten den Sternenhimmel nahe genug an die Decke, während die dritte Person die angebrachten Kabelbinder in die Haken des Himmels einhängt.

Das war’s - der Himmel hängt (Bild 12 und 13).

IMG_1175

Bild 12: Der Himmel hängt

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Bild 13

Zum Schluß das Unangenehme: die Kosten

Poster 150x200cm ca. 100,- €
2x Lichterkette, 100 LEDs, weiß, 9 Leuchtprogramme ca. 7,- €/Kette
Lichterset ‘Sternenhimmel’, 160 Lichtfasern á 200cm, weiß,9 Leuchtprogramme ca. 70,- €
7mm-MDF-Platte ca. 25,- €
Holzlatten ca. 10,- €
L-Profile ca. 5,- €
Winkel ca. 4,- €
Locheisen ca. 5,- €
Sprühkleber ca. 6,- €
Haken ca. 12,- €
Heißkleber war vorhanden.

Gesamt: ca. 250,- € (+/- 5 €)